Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, abends im Bett nicht mehr aufs Handy zu schauen.
Lieber ein Buch lesen. Oder noch etwas aufschreiben, wenn mir etwas durch den Kopf geht – Stift und Zettel liegen deshalb immer neben meinem Bett.
Klappt das jeden Abend? Natürlich nicht.
Dabei lese ich eigentlich total gern. Ich habe einen Kindle und ganz normale Bücher und mag tatsächlich beides. Beim normalen Buch liebe ich das Blättern und dass ich wirklich ein Buch in der Hand habe. Beim Kindle habe ich dafür immer gleich mehrere Bücher dabei und kann auch im Dunkeln lesen.
Wobei ich inzwischen für meine Bücher ein kleines Leselicht* habe. Damit ist zumindest das Lichtproblem beim normalen Buch gelöst.
Und jetzt möchte meine Tochter auch eins. Das freut mich natürlich sehr, weil sie gerade am liebsten überall lesen würde – und eben auch noch im Bett.
Beide Kinder müssen für und auch in der Schule lesen. Das ist natürlich schon mal gut. Aber noch schöner finde ich es, wenn aus diesem „Ich muss lesen“ ein „Ich will noch weiterlesen“ wird.
Ich lese gern mehrere Bücher parallel. Einen Roman für die Geschichte und zum Abtauchen und gleichzeitig ein Sachbuch, weil mich irgendein Thema gerade interessiert. Im Moment ist das bei mir Female Finance * von Janin Ullmann und Let Them * von Mel Robbins.
Und dann schreibe ich gerade selbst ein Buch. Aber dazu ein andern mal mehr…wahrscheinlich beschäftigt mich das Thema Lesen deshalb gerade noch einmal anders. Was macht ein Buch zu einem Buch, das man unbedingt weiterlesen möchte? Wie erzählt man Wissen so, dass Kinder neugierig werden und anfangen, selbst Fragen zu stellen? Und wie schafft man es vielleicht sogar, dass Eltern mitlesen und anschließend alle gemeinsam darüber sprechen?
Genau das wünsche ich mir für mein Buch irgendwann: Dass Kinder und Erwachsene es zusammenlesen und drüber sprechen.
Aber zurück zum Lesen – Hauptsache für ein paar Minuten raus aus dem Scrollen und rein in eine Geschichte oder ein Thema, bei dem wir etwas länger bleiben als ein paar Sekunden.
Denn genau das fällt uns manchmal gar nicht mehr so leicht. Noch eine Nachricht. Noch ein Reel. Noch kurz gucken, was es Neues gibt. Unser Kopf springt ständig von einem Reiz zum nächsten.
Ich liebe lesen zum Abschalten. Der Kopf bleibt bei der Geschichte oder dem Wissen hängen und nicht beim x-ten Reel. Und dann gibt es natürlich noch das Vorlesen. Man sitzt zusammen, redet über Geschichten, entdeckt neue Wörter, stellt Fragen und verbringt ganz nebenbei Zeit miteinander. Auch wenn Kinder längst selbst lesen können, muss das Vorlesen nicht automatisch aufhören. Man kann weiterhin zusammen Geschichten entdecken – oder jeder liest sein eigenes Buch und alle liegen zusammen auf dem Sofa. Eigentlich ziemlich schön. Und soooo ruhig. Leider schlafe ich meiste so schnell ein. Aber manchmal ist ja genau das auch ein Segen.
Meine Oktober-Challenge
20–30 Minuten lesen. Jeden Tag. Nicht Mails oder arbeitstechnische Sachen, sondern für dich. Oder deine Kinder oder gemeinsam. Und falls dir 20 Minuten gerade völlig unrealistisch vorkommen: Fang mit zehn an.
Vielleicht hilft auch, dass Buch direkt auf den Nachttisch legen. Ein Leselicht dazulegen. Den Kindle einpacken. Ein Buch in die Tasche werfen, wenn du irgendwo warten musst. Und das Handy dafür einfach mal außer Reichweite legen. Genau das nehme ich mir für Oktober wieder vor:
Abends im Bett kein Handy. Nur ein Buch. Mal sehen, wie gut es diesmal klappt.
Was liest du gerade – oder welches Buch möchtest du schon ewig endlich anfangen?
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